Man sollte Chinesisch lernen!

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Die Sprache ist unbestritten das mächtigste Werkzeug des Menschen. Uneins sind sich Forscher allerdings, wie sich das gesprochene Wort entwickelt hat und welcher Zukunft es entgegensieht. Ein spezieller Schwerpunkt der renommierten Fachzeitschrift «Science» befasst sich daher mit der Evolution der Sprache (Bd. 303, S. 1315).


«Im Anfang war das Wort», so heisst es in der Bibel. Aber welches? So fragen sich die Sprachforscher. Sie suchen nach dem Übergang zwischen tierischen Lauten und menschlichen Ausdrücken. Vor 50 000 Jahren muss diese Übergangszeit abgeschlossen gewesen sein. Denn zu dieser Zeit vollzogen Menschen Bestattungsrituale und schufen Kunst, und diese Tätigkeiten konnten ohne verbale Kommunikation nicht weitergegeben werden.


Die biologischen Grundlagen der Sprache entstanden vor 2 Millionen Jahren, als das menschliche Hirn seine Kapazität enorm vergrösserte. Später ebnete eine anatomische Veränderung den Weg zur Sprache: Der Kehlkopf liegt beim modernen Menschen tiefer, verglichen mit den Verhältnissen beim Menschenaffen. Allerdings war dieser neue Bauplan nicht ohne Nachteile. Der Mensch kann leichter als andere Säugetiere ersticken, da Nahrung einfacher in die Luftröhre rutscht. Ebenfalls förderlich für das Sprechen war das Auftauchen des Sprach-Gens FOXP2, dass Menschen seit etwa 200 000 Jahren tragen.


Es gibt verschiedene Forschungsansätze, die begründen, wie der Mensch diese Grundlagen in Sprache umwandelte. Wissenschafter wie Robert Kluender von der University of California in San Diego meinen, dass das Gestikulieren den Übergang zwischen tierischer und menschlicher Kommunikation darstelle. Dies zeigten Menschenaffen, die zwar anatomisch über eine gewisse Sprachfähigkeit verfügten, sie aber nicht nutzten, sondern Laute, Gesten und Mimik bevorzugten. Anders sieht dies der Harvard-Primatenforscher Marc Hauser. Die Rufe eines Menschenaffen seien sehr wohl die Basis für Sprache. So können Meerkatzen mit unterschiedlichen Alarmrufen ausdrücken, ob sich ein Leopard oder ein Adler nähert. Wozu aber war eine hörbare Sprache nötig, wenn Gestik ausreichte? Einerseits konnte der Mensch so hantieren und gleichzeitig reden. Und andererseits lässt sich ohne Sichtkontakt eine Unterhaltung führen. Etwa im Dunkeln oder wenn sich Menschen während der Jagd aus ihren Verstecken heraus «absprechen» mussten. Ein erstes «Jägerlatein» könnte die Klicksprache afrikanischer Buschleute gewesen sein. Die Klick- und Schnalzlaute nämlich vertreiben das Wild weniger als gerufene Worte.


Wie sich derartige erste Sprachen verbreiten konnten, wird kontrovers diskutiert. Aus der indoeuropäischen Ursprache beispielsweise gingen 144 Sprachen hervor. Darunter die germanischen, romanischen, slawischen, indischen und iranischen Sprachen. Möglich wäre, dass die Anfänge der Landwirtschaft ausgehend von Anatolien die Verbreitung dieser Ursprache vor 8700 Jahren begünstigte, meinen Forscher der University of Auckland in Neuseeland. Demnach hätten anatolische Bauern die ersten Worte verbreitet, als sie nach neuem Land suchten. Vor 6500 Jahren, als sich die Ursprache rasant in verschiedene Zweige aufteilte, sei es das Reitervolk der Kurgan vom Schwarzen Meer gewesen, welche die Sprachverbreitung vorantrieben.


Aussagen über die Zukunft der Sprache erscheinen dagegen präziser. Heute gibt es weltweit etwa 6000 Sprachen. Wer glaubt, ein globales Englisch würde diese Vielfalt ersetzen, liegt falsch. Hatten 1950 noch 9 Prozent der Weltbevölkerung Englisch als Muttersprache, werden es im Jahr 2050 nur noch 5 Prozent sein. Momentan hält Englisch noch Rang 2 der Top-Ten- Liste der häufigsten Sprachen. Deutsch belegt immerhin Platz 10. Anders sieht dies in Zukunft aus: Im Jahr 2050 werden junge Menschen zwischen 15 und 24 häufiger Hindi oder Arabisch als Englisch sprechen. Während Deutsch unter den 2050er Top-Ten gar nicht auftaucht, hält eine Sprache unangefochten Platz 1: Chinesisch. Verantwortlich für diesen Trend ist neben der entsprechenden Bevölkerungsentwicklung auch der Arbeitsmarkt. Schon heute ist es ein Muss für einen Arbeitnehmer im asiatischen Raum, Mandarin-Chinesisch zu lernen.


Der Sprachforscher David Graddol meint, die Welt befinde sich derzeit in einer Phase der sprachlichen Umwälzung. Einerseits sind etwa 90 Prozent unserer Sprachen bedroht. Beinahe täglich stirbt eine von ihnen aus. In den Städten würden aber zeitgleich neue Hybridformen entstehen und fremde Sprachen von Immigranten bewahrt. Es gebe eine Entwicklung hin zur vielsprachigen Gesellschaft, in der jeder zwischen mehreren Sprachen hin und her wechsle.


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