Die chinesische Sprache
und Kultur - ein weites Feld

Ein Interview aus dem
Jahr 2007 mit unserer Schulleiterin Frau Dong
Frau Dong Sie haben
in China gelebt und unterrichten seit 8 Jahren Chinesisch hier in der
Schweiz. Sie kennen das Chinesisch aber auch das Deutsch. Was ist
besonders an der chinesischen Sprache?
Chinesisch ist keine
Buchstabenschrift. Das heisst, vom schriftlichen Chinesisch kennt man
die Ausprache nicht. Z.B. Guten Tag- auf Deutsch kann man das Word nach
den Auspracheregeln lesen.Aber wenn ich jetzt es auf Chinesisch
schreibe, kann man das Word nicht herauslesen.
Seit 8 Jahren leiten
Sie Chinesischkurse. Was ist das Schwierigste für uns Schweizer, wenn
wir Chinesisch lernen?
Ich würde sagen
Schriftzeichen. Mündliche chinesische Sprache lernen Schweizer relativ
schneller durch Phonetik (eine Aushilfe der Aussprache). Aber die
Zeichen sind sehr schwierig für Schweizer. Es hat insgesamt 50'000
chinesische Zeichen, 10'000 davon sind im allgemeinen Gebrauch und 4'000
davon im häufigen Gebrauch.
Hier muss ich sagen, dass
die chinesischen Zeichen den Schweizer sehr gut gefallen, wenn Sie
wirklich damit arbeiten, weil die Zeichen chinesische Kultur, Logik und
sogar Geschichte widerspiegeln.
Seit einigen Jahren
gibt es in China einen Wirtschaftsboom. Haben Sie seither mehr Schüler
an Ihrer Schule?
Ja. Vor 8 Jahren hat ein
Schüler mir gesagt, er werde von seinen Freunden ausgelacht, weil er
eine komische Sprache lernte. Damals hat ganz wenige Schweizer
Chinesisch gelernt. Jetzt haben wir jeden Monat neue Schüler.
Was für Gründe gibt
es bei Ihren Schülern, Chinesisch zu lernen?
Vor allem aus beruflichen
Gründen. Durch Erlernen der Sprache lernt man auch die chinesische
Sitten und Gepflogenheiten kennen – Geschäftsbezeihungen können so
einfacher geschlossen werden. Aber auch viele Schweizer lernen
Chinesisch aus privatem Interesse an die chinesische Kultur.
Die chinesische
Mauer, Drachen und Pekingente sind in der Schweiz die bekanntesten Dinge
aus China. Was sind sonst typische Dinge für China?
Auch typisch sind Tee,
Kongfu, Terrakotta-Armee (die Ausgrabungsstätte der lebensgrossen
Krieger und Pferde aus Ton, beim Grab des ersten Kaisers der
Qin-Dynastie)
In China ist das
Essen sehr wichtig. Zur Begrüssung sagt man z.B. nicht guten Tag,
sondern man fragt: „Hast du heute schon etwas gegessen?“ Wieso ist das
Essen in China so wichtig?
Ein bekannter chinesischer
Philosoph, Konfuzius hat mal gesagt, für die einfachen Menschen sei
Essen der Himmel.(民以食为天) Essen ist sehr wichtig. Ohne Essen kann man
nicht überleben.
Die chinesische
Mentalität ist anders als die in der Schweiz. Bei uns ist bekannt, dass
die meisten Chinesen sehr freundlich sind. Was ist sonst noch typisch
bei der chinesischen Mentalität?
Chinesen sind sehr
bescheiden. Z.B. Wenn Sie einem Chinesen sagen, Sie haben das so gut
gemacht, die typische Antwot ist: Nein, nein. Es ist überhaupt nicht
gut. Ich muss mich weiterin anstrengen.
Chinesen sind auch sehr
höflich. Wenn Sie einem Chinesen Tee bieten, wird die Antwort immer
Nein lauten, weil sie den andern keine Umstände bereiten wollen.
Nehmen wir an ich
würde ohne Vorbereitung nach China gehen. Was muss ich unbedingt
beachten, damit ich nicht respektlos bin?
Ich würde Ihnen raten,
sich beim Essen die Nase nicht zu putzen. Es ist genauso unhöflich wie
die Chinese in der Schweiz nach dem Essen aufstossen.
Wir haben bis jetzt
immer über den Weg von der Schweiz nach China gesprochen. Gehen wir zum
Schluss den umgekehrten Weg. Was war für Sie der grösste Kulturschock
als Sie in die Schweiz gekommen sind?
Schweizer sind sehr
formell. Sie halten sich ganz genau an die Bestimmungen. In China hat es
auch verschiedene Regeln und Vorschriften. Aber die Chinesen befolgen
sie nicht so strick. Ich habe es zuerst nicht verstanden, dass man in
der Schweiz beim Rotlicht stehenbeibt, auch wenn es sonst kein einziges
Auto hat. In China würde man einfach weiterfahren.
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